Greetsiel & Norddeich 21.04 - 26.04.2011
Zum Auftakt der WoMo Saison 2011 entschließen wir uns kurzerhand in das Land hinter den Deichen zu fahren. Die Wetterkarte sieht viel versprechend nach wunderschönen Sonnentagen aus. Als erstes Ziel setzen wir uns Greetsiel.
Nachdem wir die letzten Vorbereitungen abgeschlossen haben, starten wir mit der Oster Tour. Zunächst fahren wir die A3, dann A2 und A31 in Richtung Emden. An der Anschlussstelle Emden Mitte wechseln wir auf die B210, dann geht es über L3 auf die K228 und L4 von hier biegen wir dann auf die L25 ab und sehen schon von weitem die Greetsieler Zwillingsmühlen. Wie schön das es Navis gibt. Denn mit dem Womo habe ich keine Lust den bekannten Weg über Marienhafe zu fahren, zumal die Strassen mit reichlichen Schäden ausgestattet sind. Wir haben uns bewusst den Wohnmobil– Hafen Greetsiel gegenüber den Zwillingsmühlen ausgesucht, von hier aus sind wir in wenigen Minuten im historischen Ortskern.
Der WoMo-Hafen verfügt über 55 Befestigte großzügige Parzellen mit Stromanschluss, hier kosten 8 Std. Strom 1,-€. Tja mit uns haben sehr viele andere Mobilsten wohl die gleiche Idee, jedenfalls ist der Platz voll. Somit gesellen wir und kurz entschlossen zwischen einen Niederländer und einen Bremer, auf dem normalen Parkplatz. Spät abends stellen wir fest das auch dieser Platz mit WoMos überfüllt ist, nun gezählt habe ich nicht aber es waren gewiß um die 150 WoMos, es können auch mehr gewesen sein. Unser Bremer Nachbar hat gerade noch den letzten Stromanschluss ergattert, kurzerhand stecken wir unser Kabel dazu und teilen uns den Strom. Wenn es eben möglich ist nehmen wir Strom und sparen Batterie. Pro Tag zahlen wir 10,-€ das Parkticket umfasst neben vielen Vergünstigungen auch die Kurkarte.
Die Sanistation ist vor dem Reisemobil Hafen hier kosten 90l Wasser inkl. Entsorgung 2,-€. Eine weitere Sanistation mit Service ist einige Meter weiter an der Freien Tankstelle, hier gibt es auch eine Gasfüllstation.
Ich bin sehr gerne in diesem malerischen Puppenstuben Ort mit seinen historischen Giebelhäusern aus dem 17. Jahrhundert, dem über 600 Jahre alten Fischerhafen mit seiner für mich immer wieder beeindruckender Krabbenkutterflotte und schlendere mit Vergnügen durch die malerischen Gassen. Die Zwillingsmühlen sind von jeher ein Anziehungspunkt für mich gewesen.
Die grüne westliche Mühle aus dem Jahr 1856, wurde bis 1964 gewerblich, anschließend bis 1972 zum Eigenbedarf genutzt. Seit 2004 befindet sich eine Teestube und Bildgalerie im Erdgeschoss.
Die rote Mühle gelangte im Jahr 1950 in den Besitz der Familie Schoof, noch heute wird in der Mühle Schrot und Mehl für den Landwarenhandel mit Wind und Motorkraft hergestellt. Bei unserer Besichtigung war die Mühle gerade in Betrieb, die Mahlgeräusche und das Rotieren des Mühlsteines war allgegenwärtig. Ich bin dann doch froh das ich wieder im Erdgeschoss bin, im ersten Stock hatte ich immer die Befürchtung dass der Holzboden in jeder Minute nach unten fällt. Im Erdgeschoss befindet sich der Mühlenladen, hier werden regionale Produkte verkauft. So brauche ich von unserem WoMo nur wenige Schritte gehen und habe jeden Morgen herrlich duftende frische Brötchen, Brot und leckeren frischen Käse. Gleich nebenan im ehemaligen Kornspeicher betreibt die Familie ein Café. Natürlich genieße ich wieder ausgiebig den orginal Ostfriesentee.
Nach zwei schönen entspannten Greetsieler Tagen, in denen wir das malerische Städtchen, den Hafen und Umgebung genossen haben wollen wir morgen nach dem
Frühstück gemütlich nach Norddeich weiterfahren.
Norddeich ist ein Stadtteil der Stadt Norden und liegt im Nordwesten unmittelbar an der Nordseeküste. Hier haben wir uns den Wohnmobilhafen Ocean Wave ausgesucht, er bietet Platz für 48 Stellplätze und ist mit ebensoviel Stromanschlüssen ausgestattet. Die Wasser Ver-und Entsorgungsstation liegt direkt am Platz und ist kostenlos. Die Stromversorgung wird über einen Münzprüfer gesteuert und kostet 1,-€(kWH). Wie auch schon in Greetsiel ist der Platz voll, wir sind erstaunt dass ein Großteil des normalen Parkplatzes für die WoMos abgesperrt wurde und wir finden schnell einen Platz.
Bei herrlichem Wetter spazieren wir zum Ocean Wave. Zu unserer Überraschung spielt der Norddeicher Shantychor davor. Im Ocean Wave stellen wir fest das es hier eine Wohnmobil-Service Card gibt, so tauschen wir das Parkticket gegen die Card ein. Die Übernachtung pro WoMo (2Pers) inklusive Kurbeitrag und Vorteilspaket beträgt 13,-€. Mit der Service Card erhalten wir 50% Ermäßigung auf den Eintritt ins Erlebnisbad, die Saunalandschaft und den Eintritt ins Norddeicher Freibad, auch haben wir ein tägliches freies Duschen im Ocean Wave. Im Restaurant Diekster Bräu haben wir eine 10%ige Ermäßigung auf alle Leistungen. Nachdem wir die Card bekommen haben setzen wir unseren Spaziergang in Richtung Kurpark, Strand und Hafen gegen 12:00 Uhr fort. Ich bin überrascht wie viel sich in den fast 30 Jahren, die ich nicht mehr in Norddeich war, verändert hat.
Es gibt zu meinem Erstaunen zahlreiche Freizeit und Erholungsangebote. Das Ocean Wave, ist für mich ein einmaliges Erlebnisbad mit riesigen Wellen Meerwasser, einer herrlichen Wassertemperatur von 30 Grad und einer Riesenrutsche.
Im Keller des Ocean Wave entdecken wir eine kleine Brauerei. Wie wir später erfahren wird in dieser kleinen Brauerrei das bekannte Diekster Bräu hergestellt. Wir nehmen uns vor hier am Abend essen zu gehen uns gefällt es sehr gut, vor dem Brauhaus sind auf dem Vorplatz unzählige Tische aufgestellt und man hat einen herrlichen Blick auf einen ungewöhnlichen Brunnen bestehend aus fünf tanzenden Steinquadern, es ist ein ungewöhnliches Wasserballett.
Einige Meter weiter entdecken wir einen Abendteuer Golfplatz und Heckenirrgarten. Durch den Wellenpark schlendern wir weiter an der Seehundstation vorbei, dies wollen wir morgen besichtigen, zum Fährmann - hol über. Das ist an einem großen Teich die Attraktion für Kinder, hier kann man mit Hilfe einer Handgezogenen Fähre den Teich überqueren. Weiter geht unser Spaziergang zum Strand und zum Anleger.
Nachdem wir uns so den Mittag und Nachmittag mit der Besichtigungstour vertrieben haben, lassen wir den Abend bei einem leckeren Essen im Diekster Bräu gemütlich ausklingen.
Nach einem ausgiebigen Frühstück besichtigen wir den Abenteuer Golfplatz, dieser ist einzigartig und ich komme aus dem staunen nicht mehr raus. Es gibt wie beim Minigolf 18 Bahnen diese sind jedoch größer. Die Bahnen sind mit Kunstrasen und lustigen Hindernissen wie einen Poller, Findlingen und Bunker ausgestattet. Das Areal ist zu einer Landschaft mit Bächen und Hügeln geformt worden. Ich zähle 15 Seehundskulpturen die das Areal auf schöne Weise ausschmücken.
Wir bummeln durch den Wellenpark über wellenartig modellierte Rasenflächen weiter in Richtung Seehundstation, spielerisch kommen wir hier überall mit Wasser in Berührung. Zu unserem Glück ist um 15 Uhr in der Seehundstation Fütterung, durch die Pfleger erhalten wir sehr viele interessante Informationen über die Seehunde. Jährlich werden etwa 30 bis 80 verwaiste Seehundbabys aufgenommen, die im Juni und Juli geboren werden. Bis zum Herbst bleiben die Heuler in den Schau- und Aufzuchtbecken, wir haben Glück und können auch Kegelrobben begutachten. In der Ausstellung erfahren wir sehr viel über die Themen Wattenmeer, Nationalpark und Meeressäugern. Die Zeit vergeht viel zu schnell, eine kleine Rundfahrt mit dem Nordsee Express ist vor dem Abendessen noch drin. Nach dem Abendessen wollen wir noch zum Strand, ich möchte noch einige Bilder vom Sonnenuntergang machen. Leider vergehen die Ostertage wie im Fluge, oder kommt es mir nur so vor?!
Heute ist schon Dienstag und wir treten die Heimreise an.
EuropaTrotter on Tour